Abonniere unseren Newsletter hier, um immer Up-to Date zu sein.
Unser Blog
Neues bei Edunovo
Edunovo im Interview bei bildungsklickTV
Im Anschluss an unser didacta-Panel hatten wir die Gelegenheit, unsere Perspektiven auch im Doppelinterview mit bildungsklick weiterzuführen. Im Gespräch ging es unter anderem um die Frage, welchen Beitrag Digitalisierung zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten kann.
Unsere Haltung dazu ist klar: Digitale Formate können viel bewirken, wenn sie klug eingesetzt werden. Sie schaffen Zugang für junge Menschen, die nicht in Ballungszentren leben, und ermöglichen Teilnahme unabhängig vom Wohnort. Gleichzeitig können Angebote flexibler gestaltet werden, etwa am Nachmittag oder Abend und so auch Jugendliche erreichen, für die klassische Formate schwer zugänglich sind.
Genauso wichtig ist uns aber: Digitalisierung ist kein Selbstzweck und kein Ersatz für Bildungspolitik. Entscheidend ist, welche Inhalte vermittelt werden, wen die Angebote tatsächlich erreichen und ob daraus reale Chancen entstehen. Im Interview haben wir außerdem betont, dass Bildungschancen in Deutschland noch immer zu stark vom Elternhaus abhängen und strukturelle Ungleichheiten zu oft durch das Engagement Einzelner aufgefangen werden. Um das zu verändern, braucht es aus unserer Sicht nicht nur gute Projekte, sondern auch politische und systemische Veränderungen.
Edunovo auf der Didacta
In der kommenden Woche ist Edunovo auf der Didacta, der größten Bildungsmesse Deutschlands, vertreten. Die Messe gilt als zentraler Treffpunkt für Akteur:innen aus Schule, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft und bietet Raum für Austausch über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsfragen im Bildungssystem.
Ein besonderes Highlight: Unser Vorstand Nils wird an einem Panel zum Thema „Bildungsungleichheit im Klassenzimmer als demokratische Aufgabe“ teilnehmen. Gemeinsam mit Amy Kirchhoff, Generalsekretärin des BSK, Sven Winkler, Vorsitzender des Allgemeinen Schulleiterverbands, sowie Sally Peters vom iff diskutiert er darüber, welche Verantwortung Schulen, Politik und Gesellschaft tragen, um Chancengleichheit nachhaltig zu stärken. Moderiert wird das Panel von Verena von Hugo, Vorsitzende des BÖB.
Wir freuen uns sehr, Teil dieser wichtigen Diskussion zu sein und Edunovos Perspektive in den bundesweiten Bildungsdialog einzubringen.
startsocial-Stipendiatentag
Beim Stipendiatentag von startsocial e.V. in Berlin war Edunovo Teil eines großen Austauschs zwischen über 100 Initiativen. Im Mittelpunkt standen Wirkung, gemeinsame Herausforderungen und die Frage, wie soziale Projekte langfristig stärker werden können.
Unser Vorstand Nils Bolinsky stellte Edunovo vor und zeigte, wie wir mit Schul und Onlineworkshops junge Menschen unterstützen, die im Bildungssystem oft benachteiligt werden. Anschließend beantwortete er gemeinsam mit Vorständin Emmelie Wetzel Fragen dazu. In Gesprächen mit anderen Initiativen und Teilnehmenden wurde deutlich, wie wichtig ehrliches Feedback und neue Perspektiven für die Weiterentwicklung unserer Arbeit sind.
Edunovo ist seit November Teil des Beratungsstipendiums von startsocial und arbeitet noch bis Ende Februar mit erfahrenen Coaches an Strategie, Wirkung und Struktur. Der Stipendiatentag hat gezeigt, wie wertvoll dieser Rahmen ist und wie viel entsteht, wenn engagierte Initiativen ihr Wissen teilen.
Übergabe des Policy Papers der Jugend-Enquete-Kommission 2025
In Berlin wurde Ende Januar das Policy Paper der Jugend-Enquete-Kommission 2025 zur Bildungsgerechtigkeit übergeben. Im Zentrum stand die Frage, warum soziale Herkunft noch immer so stark darüber entscheidet, welche Bildungswege jungen Menschen offenstehen und welche politischen Maßnahmen ergriffen werden müssen, damit Bildung fairer wird.
Edunovo war Teil der Diskussion. Unser Vorstand Nils Bolinsky saß auf dem Podium, unter anderem mit der Berliner Staatssekretärin für Bildung und der Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz und hat die Perspektive der Zivilgesellschaft eingebracht. Dabei hat er betont, dass Bildung immer noch sehr stark vom Elternhaus abhängt und vorrangig die Menschen im System in den Blick genommen werden müssen, um das zu verändern.
Wir danken der Jugend-Enquete-Kommission e.V. für die Einladung und die intensive Arbeit. Für Edunovo ist klar: Bildungsgerechtigkeit bleibt ein zentrales Thema. Wir werden junge Stimmen weiter sichtbar machen und den Druck erhöhen, damit aus Diskussionen konkrete Veränderungen werden.
Wirtschaft erleben: Kooperation mit Microsoft am CBG wird fortgeführt
Am Carl-Bechstein-Gymnasium in Berlin fand im November 2025 erneut ein Workshop im Rahmen der SchoolConnect-Initiative unseres Vereins statt. Geleitet wurde er von Stefanie Meister (Microsoft), die das Thema Business Case praxisnah vermittelte und die erfolgreiche Kooperation mit dem CBG damit fortsetzt.
Die teilnehmenden Schüler:innen entwickelten eigene Geschäftsideen und arbeiteten daran, diese zu tragfähigen Geschäftsmodellen auszubauen. Dabei standen zentrale wirtschaftliche Fragestellungen im Fokus: Marktstrukturen, Kostenplanung, Umsatzpotenziale sowie Chancen- und Risikoabwägungen. Zudem wurde der jeweilige USP, das Alleinstellungsmerkmal der Idee, herausgearbeitet.
Zum Abschluss präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse in einer 90-Sekunden-Pitch-Session.
Der Workshop eröffnete den Jugendlichen einmal mehr die Möglichkeit, wirtschaftliche Zusammenhänge praxisnah zu erfahren und von Know-how aus der Unternehmenswelt zu profitieren.
Edunovo-Fördermitgliedschaft
Wie das geht? Fördermitglied werden!
Unterstütze Edunovo als Fördermitglied mit einem Beitrag von 60€ pro Jahr (also nur 5€/Monat). Damit kannst du uns helfen, unsere Angebote weiter auszubauen und Deutschland gerechter zu machen! Gleichzeitig ermöglichst du uns eine verlässliche, langfristige Finanzplanung.
Die wichtigsten Infos auf einen Blick:
Mindestbeitrag: 60 € pro Jahr (also 5 € im Monat)
jährlich kündbar
Du möchtest uns anderweitig unterstützen?
Sollte eine finanzielle Unterstützung für dich nicht infrage kommen, ist das selbstverständlich kein Problem. Es gibt andere Wege, Edunovo weiterzubringen, beispielsweise als Multiplikator durch das Teilen unserer Inhalte, oder als ideelle:r Unterstützer:in. Mehr Infos dazu findest du auf unserer Website.
Egal wie: Danke, dass du Edunovo unterstützt!
Wir stellen uns neu auf von YEC zu Edunovo
Schon seit geraumer Zeit hat sich der Young Economy Club von einem kleinen Verein hin zu einer umfassenden Bildungsplattform entwickelt. Mit unseren Angeboten wie EmpowerU, SchoolConnect, unserem Newsletter, Online-Events und zahlreichen weiteren Projekten haben wir in den vergangenen Monaten gezeigt, dass wir weit mehr sind als ein Club.
Der bisherige Name spiegelte dies jedoch nicht mehr wider. Er wurde häufig mit klassischer Wirtschaft assoziiert, wirkte wenig inklusive und das Kürzel YEC sorgte regelmäßig für Verwechslungen mit anderen Organisationen. Der neue Name Edunovo löst diese Probleme und bringt unsere Werte und unsere Mission klar zum Ausdruck.
KOSMOS Bildungsfestival in Chemnitz
Am 14. Juni war es endlich so weit: Das KOSMOS Bildungsfestival in Chemnitz öffnete seine Tore und wir waren mittendrin! Mit unserem ersten öffentlichen Stand durften wir Teil dieses besonderen Events sein und mit vielen neugierigen und engagierten Menschen ins Gespräch kommen.
Als YEC durften wir dabei im GenNow-Space der Bertelsmann-Stiftung ein Bewusstsein für unser Herzensthema Bildungs(un)gerechtigkeit schaffen.
Was wir gemacht haben? Wir wollten das Gefühl von (Un)gerechtigkeit anhand drei interaktiver Stationen erlebbar machen.
Neuer Kooperationspartner
Seit dem 01.01.2025 haben wir eine Kooperation mit Legmon e.V.!
Der Verein setzt sich für Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen ein, um Chancengleichheit zu fördern und soziale Mobilität zu ermöglichen. Durch Videoinhalte, ein Mentoringprogramm und Workshop-Angebote erreicht Legmon tausende junge Menschen.
Wir freuen uns sehr, künftig gemeinsame Veranstaltungen durchzuführen und unseren Impact im Bereich der Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit gegenseitig zu erhöhen!
School Connect feiert den
1. Workshop
Am 13.12.2024 wurde das Projekt SchoolConnect zum ersten Mal an einer Schule ins Leben gerufen! Gemeinsam mit dem Carl-Bechstein-Gymnasium in Berlin und Microsoft hat das SchoolConnect-Team das Workshop-Event “Design Thinking & Entrepreneurship“ initiiert, vorbereitet und organisiert. Teilgenommen haben knapp 80 Gymnasiast:innen der 11. Jahrgangsstufe.
EmpowerU ist ein kostenloses, außerschulisches Förderprogramm für junge Menschen zwischen 16 und 19 Jahren, die im Leben aufgrund sozio-ökonomischer Faktoren benachteiligt sind, seien sie finanzieller Art, aufgrund eines mangelnden Zugangs zu Bildung oder ihrer Herkunft.
Neuer Kooperationspartner
Wir haben erstmals einen Workshop zum Thema “Bewerbungen leicht gemacht” in Kooperation mit der Bundesjugend für Computer, Kurzschrift und Medien (BJCKM) durchgeführt.
Die BJCKM ist die Jugendorganisation des Deutschen Stenografenbundes e. V. und leistet Arbeit in den Bereichen Kurzschrift, Tastenschreiben und Textverarbeitung sowie der Durchführung des Bundesjugendschreibens.
School Connect
Um Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen zu etablieren, haben wir das Projekt School-Connect ins Leben gerufen. Mit diesem Konzept möchten wir Workshops an Schulen ermöglichen. Das Programm richtet sich an Schüler:innen der Mittel- und Oberstufe und zielt darauf ab, ihnen praxisrelevantes wirtschaftliches Wissen zu vermitteln.
Neue Mitgliedschaft
Edunovo ist nun offizielles Mitglied des Bündnis ökonomische Bildung. Wir hoffen durch diese Partnerschaft auf eine breite Kooperation mit Gleichgesinnten, um so die Wirtschaftsbildung in Deutschland voranzutreiben!
Neues aus der Bildungslandschaft

Motivation durch Anreize: Wie die soziale Herkunft den Schulerfolg beeinflusst
Die Studie von Jonas Radl und seinem Team am WZB zeigt, dass die soziale Herkunft einen erheblichen Einfluss auf die Anstrengungsbereitschaft von Schüler:innen hat. Kinder aus privilegierten Familien sind tendenziell motivierter, während Kinder aus sozial schwächeren Verhältnissen oft mehr Anreize benötigen, um sich anzustrengen. Das überraschende Ergebnis: Sobald äußere Belohnungen oder soziale Anerkennung ins Spiel kommen, sinkt die Motivationslücke erheblich. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Bildungslandschaft. Um Bildungsgerechtigkeit zu fördern, sollten Schulen vermehrt auf Belohnungssysteme setzen, die individuelle Fortschritte und nicht nur reine Leistung honorieren. Für Edunovo bedeutet dies, dass gezielte Anreize und ein stärker individualisierter Ansatz helfen können, soziale Ungleichheiten im Bildungssystem abzubauen und den sozialen Aufstieg zu fördern.

Studie zur Bildungsgerechtigkeit
Eine kürzlich vom ifo Institut veröffentlichte Studie zur Bildungsgerechtigkeit hat erhebliche Unterschiede in den Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen zwischen den deutschen Bundesländern aufgedeckt. Die Studie zeigt, dass Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien bundesweit deutlich geringere Chancen haben, ein Gymnasium zu besuchen, als ihre Altersgenossen aus privilegierten Verhältnissen.
Besonders schlecht schneiden dabei Bayern und Sachsen ab, während Berlin und Brandenburg aufgrund ihrer späteren Aufteilung der Schulkinder erst nach der sechsten Klasse besser abschneiden. Bundesweit besuchen nur 26,7 Prozent der Kinder aus benachteiligten Verhältnissen ein Gymnasium, im Gegensatz zu 59,8 Prozent aus privilegierten Familien.
Die Studie betont die Notwendigkeit gezielter politischer Maßnahmen zur Förderung benachteiligter Kinder, insbesondere durch frühkindliche Bildung, gezielte Unterstützung von Eltern und Schulen in herausfordernden Lagen sowie durch Mentoring-Programme. Trotz der Kritik, dass die Studie die Chancengerechtigkeit einseitig am Gymnasialbesuch misst, liefert sie wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Bildungssystems in Deutschland.
Wir als YEC möchten unseren Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten, indem wir ein Förderprogramm aufsetzen, an dem alle teilnehmen können.
Oftmals sind Förderungen - seien es Stipendien, Mentoringprogramme o.Ä. - an Kriterien wie gute Noten oder Engagement gebunden. Unser Programm ist offen für jede und jeden, der sich fortbilden und neue Kontakte knüpfen möchte!

Bildung auf einen Blick 2025
Die aktuellen OECD-Auswertungen Bildung auf einen Blick 2025 sowie eine Sonderanalyse auf Basis der PISA-2022-Daten, zeichnen ein ernüchterndes Gesamtbild des deutschen Bildungssystems. Trotz politischer Reformankündigungen bleibt der Bildungserfolg in Deutschland weiterhin stark von der sozialen Herkunft abhängig. Besonders alarmierend ist der international außergewöhnlich hohe Kompetenzabstand von 145 Punkten zwischen Hochschulabsolvent:innen und jungen Erwachsenen ohne Sekundarabschluss II. Diese Differenz zeigt sich generationenübergreifend unverändert und weist auf eine strukturell verfestigte Bildungsungleichheit hin, die bislang nicht wirksam adressiert wird.
Programme wie das Startchancen-Programm markieren zwar einen politischen Willen zur Veränderung, bleiben laut OECD jedoch in Umfang und Ausgestaltung unzureichend, um soziale Disparitäten nachhaltig abzubauen. Parallel verschärfen sich weitere strukturelle Probleme: Der Anteil tertiärgebildeter junger Erwachsener liegt weiterhin unter dem OECD-Durchschnitt, während das Hochschulsystem durch prekäre Beschäftigungsstrukturen und fehlende Karriereperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs geprägt ist. Gleichzeitig wächst der Anteil junger Menschen ohne beruflichen oder schulischen Abschluss, begleitet von einem Lehrkräftemangel, der deutlich über dem internationalen Mittel liegt.
Diese Ungleichheiten setzen sich auch im digitalen Lernen fort. Zwar hat sich die technische Ausstattung an Schulen verbessert, doch Deutschland nutzt das pädagogische Potenzial digitaler Anwendungen kaum. Im internationalen Vergleich verwenden nur rund zehn Prozent der Schüler:innen digitale Endgeräte regelmäßig im Unterricht, während Länder wie Dänemark nahezu flächendeckend auf digitale Lernformen setzen. Die OECD zeigt dabei deutlich: Moderat eingesetztes digitales Lernen kann die Leistungen signifikant steigern. Besonders problematisch ist die soziale Schieflage beim digitalen Zugang, da Jugendliche aus privilegierten Haushalten digitale Lernangebote deutlich häufiger nutzen, vor allem außerhalb der Schule.
Die Studien machen deutlich, dass Schulen grundsätzlich das Potenzial hätten, soziale Ungleichheiten auszugleichen. Dafür bedarf es jedoch gezielter Investitionen, durchdachter pädagogischer Konzepte und einer systematischen Verankerung digitaler Kompetenzen in Aus- und Fortbildung. Insgesamt unterstreichen die OECD-Befunde, dass Bildungsgerechtigkeit und digitale Teilhabe zentrale Voraussetzungen für soziale Mobilität, wirtschaftliche Innovationsfähigkeit und demokratische Partizipation sind. Ohne tiefgreifende strukturelle Reformen und ergänzende Bildungsinitiativen wird das deutsche Bildungssystem diese Ziele nicht erreichen.

Ungleiche Startbedingungen: Familiärer Hintergrund prägt die Bildungsinvestitionen
Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hat im Februar ein Paper zum „Bildungsort Familie” veröffentlicht . Die Analyse basiert auf repräsentativen Daten der Einkommensstichprobe und zeigt, dass ressourcenstärkere Eltern mehr Zeit und Geld, beispielsweise Bücher, Nachhilfe und außerschulische Angebote, in die Bildung ihrer Kinder investieren.
In den ersten fünf Lebensjahren verbringen Kinder aus Akademikerhaushalten täglich rund 37 Minuten mehr in Bildungsaktivitäten, was sich auf über 1.100 zusätzliche Stunden summiert. Haushalte im obersten Einkommensquartil geben fast dreimal so viel für bildungsbezogene Ausgaben aus wie Haushalte im untersten Quartil. Bildungsungleichheit entsteht somit früh und wird durch ungleiche Investitionen im Elternhaus verstärkt.
Auch wenn Edunovo die Unterschiede in der frühkindlichen Bildung nicht beheben kann, zeigt die Studie, dass weiterhin soziale Ungleichheiten bestehen, die zu einem späteren Zeitpunkt behoben werden müssen. Die Schaffung von niederschwelligen Angeboten, direkt im (Schul-)Umfeld der Kinder, bleibt zentral, um die betroffenen Gruppen direkt zu erreichen.
Größte Gefahr in Deutschland: Probleme im Bildungssystem
Eine repräsentative Forsa-Umfrage (im Auftrag des dbb) ergab, dass 90 % der Deutschen Defizite im Bildungssystem als größte Bedrohung für Deutschland ansehen. Damit liegt das Thema „Bildungskrise“ noch vor sozialen Spannungen oder dem Klimawandel. Bildungspolitiker:innen und Lehrerverbände interpretieren das Ergebnis als klaren Handlungsauftrag: Die Öffentlichkeit erwarte dringend Reformen, um Schulen, Lehrkräfte und Unterricht zu stärken.
Dieses Stimmungsbild zeigt, dass Bildung in der deutschen Gesellschaft derzeit höchste Priorität genießt. Für die Politik bedeutet es Druck, Bildungsmängel endlich nachhaltig anzugehen. Auch für Edunovo unterstützt diese Studie genau das, wofür der Verein sich auf verschiedenen Ebenen einsetzt, was die Arbeit legitimiert und dem Engagement noch mehr Relevanz zukommen lässt.
Kostenfreie Schulverpflegung als Schlüssel zu Bildungsgerechtigkeit
In Nordrhein-Westfalen wird eine Debatte um kostenfreie Schulverpflegung geführt, die zentrale Auswirkungen auf Bildungsgerechtigkeit hat: Viele armutsgefährdete Kinder sind auf Schulessen als wichtigste Mahlzeit des Tages
angewiesen, doch die Kosten variieren stark je nach Kommune, was ungleiche Bedingungen schafft. Die bestehende Unterstützung über das Bildungs- und Teilhabepaket erreicht viele Bedürftige nicht, weil bürokratische Hürden und Stigmatisierungen bestehen.
Daher fordert der Verband LEiS-NRW e. V. (Landeselternschaft der integrierten Schulen in NRW), der der die Interessen und Anliegen der Eltern von Schüler:innen integrierter Schulformen in Nordrhein-Westfalen vertritt eine landesweit kostenfreie, qualitativ hochwertige Schulverpflegung mit verlässlicher Finanzierung und stärkerer Einbindung der Schulleitungen. Dies formuliert konkrete bildungspolitische Argumente und Forderungen zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit durch Ernährung im Schulkontext.
Strukturelle Hürden: Junge Menschen wählen seltener
Eine Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Februar 2026 zeigt, dass die niedrige Wahlbeteiligung junger Menschen weniger auf Desinteresse als auf strukturelle Hürden zurückzuführen ist. Trotz gestiegenem politischen Engagement bleiben 18- bis 29-Jährige die Altersgruppe mit der niedrigsten Wahlbeteiligung. Die Studie identifiziert vier zentrale Hürden: Zugang, Kompetenz, Motivation und fehlende politische Resonanz. Viele junge Menschen fühlen sich politisch nicht ausreichend repräsentiert.
Vor den anstehenden Landtags- und Kommunalwahlen ist es daher entscheidend, junge Stimmen gezielt zu mobilisieren. Gerade in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern, wo das Wahlalter bei 16 Jahren liegt, bietet sich die Chance, politische Beteiligung früh zu stärken und Repräsentanz zu erhöhen, um relevanten Themen, wie einer gerechteren Bildungspolitik, Gehör zu verschaffen.












