Besonders spannend ist dabei, dass sich ein Muster erkennen lässt: Nahezu alle heutigen Industrieländer scheinen auf ihrem Weg zu ihrer heutigen Bevölkerungsstruktur ähnliche Entwicklungsstufen durchlaufen zu haben.
Um dieses Muster zu erklären, gibt es verschiedene Modelle. Das mit Abstand bekannteste ist das Modell des demografischen Übergangs.
Das Modell des demografischen Übergangs
Im Kern versucht dieses Modell, wiederkehrende Entwicklungen der Bevölkerungsstruktur verschiedener Gesellschaften zu beschreiben und mögliche Ursachen dafür zu erklären. Wichtig ist dabei jedoch, dass es sich um ein vereinfachtes Modell handelt. Es basiert hauptsächlich auf der historischen Entwicklung westlicher Industrieländer und lässt sich deshalb nicht eins zu eins auf jedes Land der Welt übertragen. Zwar zeigen viele Staaten ähnliche Muster, die Gründe für sinkende oder steigende Geburtenzahlen können sich jedoch je nach Kultur, Politik oder wirtschaftlicher Lage erheblich unterscheiden.
Als das Modell Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde, bestand es zunächst aus vier Phasen.
Die prätransformative Phase
In der ersten Phase sind sowohl die Geburten- als auch die Sterberate sehr hoch und bewegen sich ungefähr auf demselben Niveau. Zwar werden viele Kinder geboren, gleichzeitig sterben jedoch aufgrund schlechter medizinischer Versorgung, mangelnder Hygiene und einer hohen Kindersterblichkeit auch viele Menschen früh. Die Lebenserwartung ist niedrig und die Bevölkerung wächst insgesamt kaum.
Viele europäische Länder befanden sich bis zur Industrialisierung in dieser Phase.
Die frühtransformative Phase
Mit zunehmendem technischem und wirtschaftlichem Fortschritt verbessert sich die medizinische Versorgung. Krankheiten können besser behandelt werden, die Hygiene steigt und die Kindersterblichkeit sinkt deutlich.
Die Geburtenrate bleibt zunächst jedoch hoch, da sich gesellschaftliche Gewohnheiten und Familienmodelle nur langsam verändern. Dadurch wächst die Bevölkerung innerhalb kurzer Zeit sehr stark.
Die mitteltransformative Phase
Nach und nach beginnt auch die Geburtenrate zu sinken. Familien bekommen weniger Kinder, weil diese nicht mehr in gleichem Maße als Arbeitskräfte benötigt werden und gleichzeitig deutlich mehr Kinder das Erwachsenenalter erreichen.
Hinzu kommen weitere Faktoren wie bessere Bildung, mehr Aufklärung und ein leichterer Zugang zu Verhütungsmitteln. Das Bevölkerungswachstum verlangsamt sich zunehmend.
Die spättransformative Phase
In der ursprünglich letzten Phase gleichen sich Geburten- und Sterberate weitgehend an. Beide bewegen sich auf einem niedrigen Niveau, wodurch die Bevölkerung nur noch langsam wächst oder nahezu konstant bleibt.
Im Vergleich zur ersten Phase ist der sogenannte demografische Umsatz nun deutlich geringer: Es werden insgesamt wesentlich weniger Menschen geboren und sterben, ohne dass sich die Bevölkerungszahl stark verändert.
Mit der Zeit zeigte sich jedoch, dass das Modell noch nicht vollständig war.
Die posttransformative Phase
Viele Industrieländer entwickelten sich über die ursprünglich vierte Phase hinaus. Die Geburtenrate sank weiter und fiel schließlich dauerhaft unter das Niveau, das zum Erhalt der Bevölkerungsgröße notwendig wäre.
Die Folge: Ohne Zuwanderung beginnt die Bevölkerung langfristig zu schrumpfen und gleichzeitig zu altern.
Genau in dieser Phase befinden sich heute zahlreiche Industriestaaten – darunter auch Deutschland. Sie verfügen zwar über eine hohe Lebenserwartung, gute medizinische Versorgung und einen hohen Lebensstandard, gleichzeitig werden jedoch immer weniger Kinder geboren als noch in den Generationen zuvor.
Kapitel 2: Warum werden immer weniger Kinder geboren?
Die Gründe dafür, warum Menschen heute weniger oder gar keine Kinder bekommen, sind äußerst vielfältig. Sie unterscheiden sich nicht nur von Land zu Land, sondern auch von Person zu Person. Es gibt daher nicht den einen Auslöser für sinkende Geburtenzahlen. Vielmehr entsteht diese Entwicklung durch das Zusammenspiel wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Faktoren.
Im Folgenden betrachten wir vor allem die Situation in Deutschland. Viele dieser Entwicklungen lassen sich jedoch auch – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung – in anderen Industrieländern beobachten.
Wirtschaftliche Faktoren
Hohe Lebenshaltungskosten
Ein häufig genannter Grund sind die steigenden Kosten des Familienlebens. Wohnraum ist in vielen Regionen knapp und teuer geworden, gleichzeitig sind auch Ausgaben für Energie, Lebensmittel und Kinderbetreuung in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
Für viele junge Erwachsene stellt sich deshalb nicht mehr nur die Frage, ob sie Kinder möchten, sondern auch, ob sie sich Kinder überhaupt leisten können.
Zwar entscheiden sich Eltern grundsätzlich freiwillig für Kinder und tragen damit auch Verantwortung für deren finanzielle Versorgung. Gleichzeitig profitieren jedoch auch Staat und Gesellschaft von jeder neuen Generation. Kinder sind die Fachkräfte, Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Handwerkerinnen, Feuerwehrleute und Unternehmer von morgen. Sie finanzieren durch ihre spätere Erwerbstätigkeit unter anderem Renten-, Kranken- und Sozialsysteme. Deshalb wird häufig argumentiert, dass Familienförderung nicht nur Privatsache, sondern auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.
Gesellschaftliche Faktoren
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Rolle von Frauen und Männern grundlegend verändert. Heute stehen Frauen selbstverständlich dieselben Bildungs- und Berufsmöglichkeiten offen wie Männern – eine Entwicklung, die große Fortschritte in Richtung Gleichberechtigung ermöglicht hat.
Gleichzeitig stellt sie viele Familien vor neue Herausforderungen. Während früher häufig klar war, dass die Mutter einen Großteil der Kinderbetreuung übernimmt, müssen Paare heute individuell entscheiden, wer beruflich kürzer tritt oder wie sich beide die Betreuung teilen.
Obwohl sich Karriere und Familie grundsätzlich vereinbaren lassen, gelingt dies in der Praxis nicht immer problemlos. Fehlende Betreuungsangebote, starre Arbeitszeiten oder Karriereeinbußen erschweren vielen Paaren die Familienplanung.
Gesellschaftliche Erwartungen
Hinzu kommt, dass Eltern häufig unter einem hohen Erwartungsdruck stehen. Beruf, Haushalt, Kindererziehung und Freizeit sollen möglichst gleichzeitig funktionieren – und das am besten perfekt.
Insbesondere berufstätige Mütter berichten häufig von gesellschaftlichen Erwartungen, denen sie kaum gerecht werden können. Gleichzeitig erfahren Väter, die sich bewusst für längere Elternzeiten oder die Rolle als Hausmann entscheiden, teilweise ebenfalls Vorurteile.
Auch im Alltag fühlen sich Familien nicht immer willkommen. Wer schon einmal erlebt hat, wie Eltern mit einem schreienden Kleinkind im Restaurant, in der Bahn oder im Flugzeug auf genervte Blicke oder sogar offene Anfeindungen stoßen, versteht, warum Deutschland von manchen als nicht besonders kinderfreundlich wahrgenommen wird.
Kulturelle Faktoren
Individualisierung und veränderte Lebensentwürfe
Neben wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen haben sich auch die Vorstellungen davon verändert, wie ein erfülltes Leben aussehen kann.
Noch nie zuvor hatten Menschen so viele Möglichkeiten, ihren eigenen Lebensweg zu gestalten. Reisen, Karriere, persönliche Weiterentwicklung oder die Verwirklichung eigener Ziele spielen für viele eine größere Rolle als noch vor wenigen Generationen.
Damit verändert sich auch die Familienplanung. Kinder gelten heute deutlich weniger als gesellschaftliche Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr als bewusste Entscheidung.
Manche Wissenschaftler sehen darin einen Ausdruck zunehmender Individualisierung: Persönliche Freiheit und Selbstverwirklichung gewinnen an Bedeutung, während traditionelle Familienbilder an Einfluss verlieren. Andere betonen hingegen, dass dieser Wandel vor allem zeigt, dass Menschen heute mehr Wahlmöglichkeiten besitzen als früher.
Wahrscheinlich tragen beide Perspektiven einen Teil zur Erklärung bei. Fest steht jedenfalls, dass sich die Lebensentwürfe vieler Menschen in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert haben – und damit auch die Entscheidung für oder gegen Kinder.
Kapitel 3: Über- oder Unterbevölkerung – was denn jetzt?
Nachdem wir uns den demografischen Wandel genauer angeschaut haben, bleibt die Frage aus dem Titel: Leiden wir nun unter Überbevölkerung oder Unterbevölkerung?
Die kurze Antwort lautet: Beides – je nachdem, worüber man spricht.
In vielen wohlhabenden Industrieländern wie Deutschland, Japan oder Südkorea werden seit Jahren weniger Kinder geboren, als langfristig notwendig wären, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten. Ohne Zuwanderung würden diese Gesellschaften schrumpfen und gleichzeitig immer älter werden. Die Folgen zeigen sich bereits heute: Fachkräftemangel, steigende Belastungen für die Renten- und Gesundheitssysteme sowie eine zunehmend ältere Bevölkerung.
Global betrachtet sieht die Situation jedoch anders aus. Vor allem in vielen Entwicklungs- und einigen Schwellenländern wächst die Bevölkerung weiterhin stark. Dort liegen die Fertilitätsraten teilweise noch deutlich über dem sogenannten Bestandserhaltungsniveau von 2,1. Gleichzeitig befinden sich viele dieser Länder noch in einer früheren Phase des demografischen Übergangs.
Man könnte nun annehmen, dass diese Länder mit zunehmendem Wohlstand automatisch dieselbe Entwicklung durchlaufen wie die heutigen Industriestaaten. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Das Modell des demografischen Übergangs beschreibt zwar ein Muster, das sich in vielen Ländern beobachten lässt, ist jedoch keine unumstößliche Gesetzmäßigkeit. Politische Entscheidungen, kulturelle Unterschiede, wirtschaftliche Entwicklungen oder auch internationale Krisen können den Verlauf erheblich beeinflussen.
Gerade deshalb ist es schwierig, verlässliche Aussagen über die langfristige Bevölkerungsentwicklung einzelner Regionen zu treffen. Womöglich gibt es ja noch eine unentdeckte siebte Phase, in der das Bevölkerungswachstum wieder zunimmt.
Gleichzeitig zeigt der Blick auf die weltweite Demografie, wie eng die verschiedenen Länder miteinander verbunden sind. Deutschland beispielsweise profitiert schon heute in vielen Bereichen von Zuwanderung. Ohne Menschen, die aus dem Ausland kommen, würden zahlreiche Branchen unter einem noch größeren Fachkräftemangel leiden und auch die Finanzierung unseres Sozialstaates würde langfristig schwieriger werden.
Oft hört man außerdem die Aussage, eine kleinere Bevölkerung führe automatisch zu mehr Wohlstand oder einem geringeren Ressourcenverbrauch. Auch das lässt sich nicht einfach so behaupten.
Einerseits benötigen moderne Volkswirtschaften genügend Menschen im erwerbsfähigen Alter, um Renten-, Gesundheits- und Sozialsysteme zu finanzieren. Andererseits hängt der Wohlstand eines Landes nicht allein von seiner Einwohnerzahl ab, sondern vor allem von seiner Produktivität, seinem Bildungsniveau, technologischen Innovationen und funktionierenden Institutionen. Eine kleinere Bevölkerung verbraucht zwar insgesamt weniger Ressourcen, sie bringt jedoch auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen mit sich. Es braucht nämlich vor allem auch junge, kreative Köpfe um den Fortschritt voran zu treiben.
Der demografische Wandel ist deshalb weder ausschließlich ein Problem der Überbevölkerung noch der Unterbevölkerung. Vielmehr zeigt er, dass sich Bevölkerungen weltweit sehr unterschiedlich entwickeln und dass daraus je nach Region völlig unterschiedliche Herausforderungen entstehen.
Während manche Länder Wege finden müssen, ihr starkes Bevölkerungswachstum nachhaltig zu bewältigen, stehen andere vor der Aufgabe, mit einer alternden und teilweise schrumpfenden Gesellschaft umzugehen.
Eine einfache Lösung gibt es dafür nicht. Sicher ist jedoch: Der demografische Wandel wird Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten stärker prägen als viele andere Entwicklungen. Umso wichtiger ist es, die Zusammenhänge zu verstehen – denn nur so lassen sich fundierte Entscheidungen für die Zukunft treffen.
Sei es in der Debatte um den Klimawandel, bei der Rentenreform oder einfach im Erdkundeunterricht – überall taucht das Thema auf. Der demografische Wandel ist ein Begriff, den mittlerweile viele kennen und ebenso viele benutzen. Und wie so oft traut sich irgendwann niemand mehr zu fragen: Was genau ist damit eigentlich gemeint?
Auf der einen Seite wird von Überbevölkerung gesprochen, auf der anderen Seite hören wir, dass aufgrund sinkender Geburtenraten zu wenige junge Menschen nachkommen. Was stimmt denn nun? Welche Folgen hat der demografische Wandel – sowohl für Deutschland als auch weltweit? Und warum entscheiden sich immer mehr Paare gegen Kinder oder wünschen sich deutlich weniger als frühere Generationen?
Dieser Artikel soll einen verständlichen Einstieg in das Thema geben, einige grundlegende Begriffe erklären und dabei helfen, diese Fragen einzuordnen.
Kapitel 1: Definitionen und wichtige Begriffe
Bevor man große Fragen beantworten kann, lohnt sich zunächst ein Blick auf die Grundlagen.
Der Begriff demografischer Wandel beschreibt die Entwicklung einer Bevölkerung und ihre Veränderungen – insbesondere im Hinblick auf die Altersstruktur, Geburten, Sterbefälle und Migration. So definiert ihn auch die Bundeszentrale für politische Bildung. Klingt zunächst gar nicht besonders kompliziert.
Möchte man den demografischen Wandel eines Landes auf einen Blick erfassen, hilft ein sogenanntes Demografie-Diagramm, auch Bevölkerungspyramide genannt. Der zweite Begriff ist allerdings etwas irreführend, denn viele dieser Diagramme haben heute längst keine Pyramidenform mehr.
Unabhängig vom Namen zeigt das Diagramm auf der X-Achse die Bevölkerungszahl (oder ihren prozentualen Anteil) und auf der Y-Achse die Altersgruppen, meist in Fünfjahresschritten. Anhand seiner Form lässt sich schnell erkennen, welche Altersgruppen besonders stark oder schwach vertreten sind.
Vergleicht man die Diagramme verschiedener Länder, fallen erhebliche Unterschiede auf. Viele Entwicklungs- und Schwellenländer besitzen noch die klassische Pyramidenform: eine breite Basis mit vielen jungen Menschen und eine schmale Spitze mit vergleichsweise wenigen älteren Menschen. Industrieländer wie Deutschland ähneln dagegen eher einer Glocke oder sogar einer Urne mit breitem Mittelteil – ein deutliches Zeichen für eine alternde Bevölkerung.
Ein weiterer wichtiger Indikator für die zukünftige Entwicklung einer Bevölkerung ist die sogenannte Fertilitätsrate. Deshalb ziehen wir unser kleines Index-Tutorial, das ihr normalerweise am Ende beim DAX findet, dieses Mal vor – denn für den weiteren Artikel ist dieser Begriff besonders wichtig.
Wer sich mit dem Thema beschäftigt, stößt schnell darauf, dass Geburtenrate und Fertilitätsrate häufig verwechselt oder sogar synonym verwendet werden. Tatsächlich beschreiben sie jedoch unterschiedliche Dinge.
Die Geburtenrate gibt an, wie viele Kinder innerhalb eines Jahres pro 1.000 Einwohner geboren werden.
Die Fertilitätsrate beschreibt dagegen die durchschnittliche Anzahl an Kindern, die eine Frau im Laufe ihres Lebens zur Welt bringt.
Deshalb lassen sich aus der einen Kennzahl nicht automatisch Rückschlüsse auf die andere ziehen. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Land eine höhere Geburtenrate, gleichzeitig aber eine niedrigere Fertilitätsrate besitzt als ein anderes.
Gerade die Fertilitätsrate eignet sich jedoch besonders gut, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Vereinfacht gesagt zeigt sie, ob sich eine Bevölkerung langfristig selbst erhält. Dafür liegt der sogenannte Bestandserhaltungswert bei ungefähr 2,1 Kindern pro Frau. Liegt die Fertilitätsrate dauerhaft darunter und wird dieser Rückgang nicht durch Zuwanderung ausgeglichen, schrumpft die Bevölkerung langfristig.
Genau diese Entwicklung lässt sich seit Jahrzehnten in vielen Industrieländern beobachten. Deutschland und Frankreich liegen mittlerweile unter diesem Wert, während Länder wie Japan und insbesondere Südkorea noch deutlich niedrigere Fertilitätsraten aufweisen. In Südkorea liegt sie inzwischen bei unter einem Kind pro Frau – mit der Folge einer schrumpfenden und gleichzeitig stark alternden Bevölkerung.
In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern zeigt sich dagegen noch ein völlig anderes Bild. Staaten wie Niger, die Demokratische Republik Kongo oder Somalia weisen durchschnittlich rund sechs Kinder pro Frau auf.
Auch hier hilft wieder ein Blick auf das Demografie-Diagramm: Eine breite Basis und eine schmale Spitze bedeuten, dass es deutlich mehr Kinder und junge Menschen als ältere Menschen gibt. Ein glocken- oder urnenförmiges Diagramm hingegen weist auf eine alternde Gesellschaft mit niedrigen Geburtenzahlen hin.
Im Folgenden seht ihr deshalb zwei Demografie-Diagramme – eines der Demokratischen Republik Kongo und eines Deutschlands – im direkten Vergleich. Die Grafiken stammen von der verlinkten Website, die generell sehr empfehlenswert ist, wenn man die Bevölkerungsentwicklung von rund 195 Ländern seit den 1950er-Jahren nachvollziehen möchte.
Zwischen Über- und Unterbevölkerung - Eine Aufklärung über den demografischen Wandel


Deutschland 2025
Population Pyramids - Interactive Demographics for 195 Countries
DR Congo 2025
Unsere Empfehlung
Dokumentation Überbevölkerung - unser größtes Problem?
Wer Lust auf eine spannende und durchaus kontroverse Diskussion hat, sollte einmal in die Arte-Dokumentation „Agree to Disagree“ reinschauen. Dort treffen die antinatalistische Position der Ethikerin Karin Kuhlemann und die pronatalistische Sicht des Philosophen Dominic Roser aufeinander. Gemeinsam diskutieren sie Fragen wie: „Sollen wir überhaupt noch Kinder bekommen?“ oder „Gibt es ein Recht auf Kinderkriegen?“. Dabei werden verschiedene Perspektiven aufgezeigt, Argumente kritisch hinterfragt und die Debatte rund um Überbevölkerung verständlich eingeordnet. Eine sehenswerte Dokumentation für alle, die sich für gesellschaftliche und ethische Fragen interessieren.
Wirtschaftsindizes verstehen
DAX - Deutscher Aktienindex
Der Deutsche Aktienindex (DAX) zeigt die Wertentwicklung der 40 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Diese stammen aus verschiedenen Branchen, wie Automobil, Chemie und Finanzen. Der DAX ist ein wichtiger Indikator für den zukünftigen Zustand der deutschen Wirtschaft. Wenn der DAX steigt, bedeutet das, dass die meisten dieser großen Unternehmen gut abschneiden, was perspektivisch auf eine wachsende Wirtschaft hinweist. Sinkt der DAX, kann das auf wirtschaftliche Probleme hindeuten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der DAX nicht die gesamte deutsche Wirtschaft widerspiegelt. Kleinere Unternehmen und der Mittelstand, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden, sind im DAX nicht vertreten. Aus diesem Grund kann es auch zu dem Fall kommen, dass die deutsche Wirtschaft stagniert, obwohl der DAX sich positiv entwickelt.
